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Medienmitteilung zur Jahresrechnung 2019 der
Pensionskasse Graubünden


Jahresabschluss 2019: Gutes Ergebnis der Pensionskasse Graubünden (PKGR)

Chur, 1. April 2020 – Die Pensionskasse Graubünden (PKGR) erzielte 2019 auf ihren Vermögensan-
lagen
von CHF 3047,9 Mio. eine Gesamtrendite von 9,2 Prozent. Sie erreichte damit das beste An-
lageergebnis seit ihrem Bestehen als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt im Jahr 2008. 
Der Deckungsgrad liegt bei 103,4 Prozent. Es mussten zusätzliche technische Rückstellungen
von 
insgesamt CHF 197,6 Millionen gebildet werden. Der Kundenbestand ist um erfreuliche 2,0
Prozent g
ewachsen.


Die Kennzahlen (Vorjahr):

  • Gesamtrendite der Vermögensanlagen: 9,2 % (-0,8 %)
  • Vermögensanlagen: CHF 3047,9 Mio. (2777,5 Mio.)
  • Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen: CHF 2972,5 Mio. (2706,6 Mio.)
  • Deckungsgrad: 103,4 % (103,2 %)
  • Wertschwankungsreserve: CHF 100,0 Mio. (86,5 Mio.)
  • Versicherte und Rentenbeziehende: 12 186 (11 949)
  • Verwaltungsaufwand pro Person: CHF 118 (126)
  • Gesamtkostenquote der Vermögensverwaltung: 0,2 % (0,2 %)


Das Jahr 2019 stand für die PKGR im Zeichen der personellen Wechsel in der strategischen und operativen
Führung: Am 1. Januar 2019 übernahm Regierungsrat Dr. Christian Rathgeb, neuer Vorsteher des Departe-
ments Finanzen und Gemeinden, das Präsidium der Verwaltungskommission. Er stellt nach seinem ersten
Jahr im obersten Organ der PKGR fest: «Die Aufgaben sind spannend und herausfordernd zugleich. Wir
wollen unseren Versicherten marktgerechte Versicherungs- und Vorsorgeleistungen anbieten. Zudem müs-
sen wir die mittel- und langfristige finanzielle Stabilität der PKGR sicherstellen.» Seit dem 1. April 2019
ist Andrea Seifert Direktor der PKGR. Der neue Geschäftsführer ist erfreut über seinen ersten Jahresab-
schluss: «Die PKGR konnte von der positiven Entwicklung der Finanzmärkte profitieren und auf ihren
Vermögensanlagen eine sehr gute Rendite erzielen. Wir setzten einen grossen Teil des Ergebnisses für
zusätzliche Rückstellungen ein, um die Leistungsverpflichtungen angemessen zu bewerten.» Diese Mittel
sind notwendig, um einerseits die Pensionierungsverluste aufgrund überhöhter Umwandlungssätze aufzu-
fangen und andererseits die Umverteilung von den Aktivversicherten zur Mitfinanzierung der Renten zu
reduzieren. Das wiederum trägt massgeblich zur finanziellen Stabilisierung der Kasse bei.


Rendite und Deckungsgrad

Die PKGR darf, wie viele Schweizer Pensionskassen, auf ein sehr gutes Anlagejahr zurückblicken. Mit einer
Gesamtrendite auf den Vermögensanlagen von 9,2 Prozent erreichte die PKGR ein Rekordergebnis, welches
in einem starken Kontrast zum Vorjahresergebnis steht (-0,8 %). Die Abweichung zeigt die grossen Schwan-
kungen an den Finanzmärkten auf. Um diese auffangen zu können, sind Wertschwankungsreserven not-
wendig. Sie betragen per Ende 2019 CHF 100,0 Mio. (86,5 Mio.). Der Deckungsgrad blieb mit 103,4 Prozent
praktisch konstant (103,2 %). Der Grund für die relativ geringe Zunahme liegt darin, dass zusätzliche tech-
nische Rückstellungen von insgesamt CHF 197,6 Millionen gebildet werden mussten. Damit sorgt die PKGR
vor für weitere notwendige Anpassungen der technischen Grundlagen.

 

Wachsender Kundenbestand

Die PKGR ist im vergangenen Jahr um 2,0 Prozent gewachsen und versichert mittlerweile 12 186 Personen
(11 949). Davon sind 71 Prozent Aktivversicherte und 29 Prozent Rentenbeziehende. Die Anzahl ange-
schlossene Arbeitgebende blieb mit 148 konstant.

 

Tiefe Verwaltungskosten

Die PKGR ist schlank organisiert und arbeitet effizient. Die bereits tiefen Verwaltungskosten konnten 2019
nochmals gesenkt werden. Mit nur gerade CHF 118 (126) pro versicherte Person erreicht die PKGR im
Branchenvergleich einen sehr guten Wert. Der Durchschnitt der Pensionskassen öffentlicher Arbeitgeber
liegt gemäss der Schweizer Pensionskassenstudie 2019 von Swisscanto bei CHF 228 (244). Die auf tiefe
Kosten ausgerichtete Vermögensverwaltung verursachte im Berichtsjahr konstante Ausgaben von 20 Rappen
pro 100 Franken Vorsorgevermögen. Der Branchendurchschnitt aller Pensionskassen beträgt gemäss Swiss-
canto mehr als das Doppelte (Durchschnitt 48 Rappen, Median 44 Rappen).


Nachhaltige Vermögensanlagen

Die PKGR trägt als Investor von über CHF 3 Milliarden eine grosse Verantwortung. Sie nimmt ihre treu-
händerische Sorgfaltspflicht wahr und berücksichtigt bei den Anlageentscheiden auch ESG-Kriterien
(E=Environment/Umwelt; S=Social/Soziales; G=Governance/Unternehmensführung). Seit 2018 tätigt
sie Neuinvestitionen bei Aktien und Obligationen nur noch in Unternehmen, die erhöhten ESG-Anforde-
rungen genügen. Die PKGR hat zudem die Mitgliedschaft bei der Ethos Stiftung und beim Ethos Engage-
ment Pool Schweiz beantragt. Sie unterstützt damit das Ziel, die Unternehmen auf «Good Governance»
zu verpflichten und auf Umwelt- und Sozialverantwortung zu sensibilisieren.
Bei den Infrastrukturanlagen investiert die PKGR über Kollektivanlagen auch in die Produktion von erneuer-
baren Energien und leistet damit einen Beitrag zur Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Die PKGR wird in ihren eigenen Liegenschaften bis 2021 mit gezielten Verbesserungsmassnahmen den
Energieverbrauch senken.


Auswirkungen des Aktiencrashs auf die PKGR

Das Coronavirus und dessen wirtschaftliche Folgen dominieren die internationalen Finanzmärkte. Die
Stimmung an den Finanzmärkten schwappte in Panik über und führte zu einem massiven Kurseinbruch
bei Aktien. In dieser Marktsituation hilft die Diversifikation der Anlagen. Obligationen, insbesondere Staats-
anleihen, sind ein «sicherer Hafen». Sie haben auch im aktuellen Umfeld ihren Wert behalten. Auch die
Werte der Immobilien sind konstant geblieben, die Mieterträge fliessen weiter. Aus heutiger Sicht ist die
finanzielle Stabilität der PKGR gegeben. Die laufenden Renten sind nicht gefährdet.

Die PKGR hat ihre Anlagestrategie bewusst so gewählt, dass sie auch in sehr schlechten Jahren daran
festhalten kann. Auf einen Einbruch folgt immer eine Erholung. Die PKGR hält an ihrer Strategie fest.
Wenn die Bandbreiten gemäss Strategie verletzt sind, wird die PKGR die verschiedenen Anlageklassen
konsequent wieder auf die strategiekonformen Gewichte zurückführen (Rebalancing). Wegen des Crashs
wurde die untere Bandbreite bei den Aktien durchbrochen. Die PKGR wird deshalb wieder Aktien kaufen.

 

Auskunftsperson:

Andrea Seifert, Direktor Pensionskasse Graubünden, Tel. 081 257 35 77, andrea.seifert@pk.gr.ch