Sie befinden sich hier:

Medienmitteilung zur Jahresrechnung 2020 der Pensionskasse Graubünden


Pensionskasse Graubünden mit erfreulichem Jahresabschluss 2020


Die Pensionskasse Graubünden (PKGR) erzielte 2020 auf ihren Vermögensanlagen von CHF 3,3 Mrd. eine Gesamtrendite von 6,4 %. Der Deckungsgrad stieg auf 109,8 %.
Die PKGR verstärkte ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen. Sie hat ihre Aktienanlagen in neue, nachhaltigere Anlagegefässe überführt.
Im Reformprojekt, welches seit zwei Jahren verfolgt wird, fällte die Verwaltungskommission wegweisende Entscheide: Per 1. Januar 2022 werden das Vorsorgemodell und die Struktur angepasst und flexibler ausgestaltet. Für die Finanzierung von marktkonformen Leistungen sind deutlich höhere Sparbeiträge nötig. Die dazu notwendige Revision des Pensionskassengesetzes ist eingeleitet.


Die Kennzahlen (Vorjahr):

   − Gesamtrendite der Vermögensanlagen: 6,4 % (9,2 %)
   − Vermögensanlagen: CHF 3272,1 Mio. (3047,9 Mio.)
   − Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen: CHF 2996,6 Mio. (2972,5 Mio.)
   − Deckungsgrad: 109,8 % (103,4 %)
   − Wertschwankungsreserve: CHF 295 Mio. (100,0 Mio.)
   − Versicherte und Rentenbeziehende: 12 450 (12 186)
   − Verwaltungsaufwand pro Person: CHF 122 (118)
   − Gesamtkostenquote der Vermögensverwaltung: 0,2 % (0,2 %)


Das Börsenjahr 2020 hat die Schweizer Pensionskassen stark gefordert. Die COVID-19-Pandemie stürzte die
Welt in eine Rezession und löste enorme Eingriffe von Notenbanken und Regierungen aus. An den Börsen
kam es zu einer rasanten Berg- und Talfahrt. Unter dem Strich resultierte ein vor diesem Hintergrund unerwar-
tet erfreuliches Jahresergebnis mit positiven Renditen in allen Hauptanlageklassen. Die PKGR hielt an ihrer
langfristig ausgelegten Strategie fest und erreichte eine Gesamtrendite von 6,4 %. Sie konnte die Indizes der
Schweizer Pensionskassen (3,6 % bis 4,5 %) deutlich übertreffen. Der Deckungsgrad – das Verhältnis zwi-
schen vorhandenem Vermögen und den Verpflichtungen – stieg um über 6 Prozentpunkte auf 109,8 %.

Andrea Seifert, Direktor der PKGR, schaut mit Freude und Stolz auf ein anspruchsvolles und aussergewöhn-
liches Geschäftsjahr zurück: «Die PKGR konnte ihren Betrieb stets aufrecht erhalten und ihre Dienstleistungen
vollumfänglich und in der gewohnten Qualität erbringen. Die Organe konnten ihre Verantwortung jederzeit
wahrnehmen und dank Telefonund Videokonferenzen alle Entscheidungen treffen. Alle Leistungen wurden
pünktlich ausbezahlt, die Mitarbeitenden waren stets für die Kundschaft erreichbar. Auch sämtliche Wohnungs-
wechsel konnten unter strikter Anwendung der Hygiene- und Verhaltensmassnahmen plangemäss durchgeführt
werden».

 

Reformprojekt

Vom Umwandlungssatz der Pensionskasse und vom Sparguthaben der versicherten Person hängt die Höhe
der ausbezahlten Rente ab. Die steigende Lebenserwartung und das sinkende Zinsniveau haben dazu ge-
führt, dass die heutigen Umwandlungssätze nicht mehr durch die erwartete Anlagerendite finanziert werden
können. Die dadurch entstehenden Pensionierungsverluste führen zu einer Umverteilung der Vermögenser-
träge von den aktiven Versicherten zu den Rentenbeziehenden. Gleichzeitig bekam die PKGR von verschiede-
ner Seite Hinweise, dass ihre Leistungen im Vergleich mit anderen Pensionskassen nicht mehr konkurrenz-
fähig sind. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Verwaltungskommission folgende Massnahmen 
beschlossen – alle wirksam ab 31.12.2021:


   − Die versicherungstechnischen Grundlagen werden angepasst, um die Kasse zu stabilisieren.

   − Es wird ein neues, marktgerechtes Vorsorgemodell eingeführt. Dieses orientiert sich am Leistungsniveau
      vergleichbarer Arbeitgebender (Ostschweizer Kantone, Rhätische Bahn, Stadt Chur).

   − Die Sparbeiträge sollen erhöht werden.


Das vor zwei Jahren lancierte Reformprojekt wurde damit konsequent weiterverfolgt. Es befindet sich in den
Worten von Andrea Seifert «gut auf Kurs». Die Gesetzesrevision, welche zur Anpassung der Sparbeiträge
nötig ist, wurde eingeleitet. Die Regierung wird die Botschaft an den Grossen Rat voraussichtlich im
Mai 2021 verabschieden.


Nachhaltige Vermögensanlagen

Die PKGR trägt als Investor von über CHF 3 Milliarden eine grosse Verantwortung. Sie nimmt ihre treuhände-
rische Sorgfaltspflicht wahr und berücksichtigt bei den Anlageentscheiden auch ESG-Kriterien (E=Environ-
ment/Umwelt; S=Social/Soziales; G=Governance/Unternehmensführung). 2020 hat die PKGR ihre Nachhaltig-
keitsanstrengungen weiter ausgebaut. Die Aktienanlagen wurden in neue Anlagegefässe überführt, welche die
besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen (sog. «Best-in-class-Ansatz»). Dadurch konnten sämtliche ESG-
Kennzahlen deutlich verbessert und im Speziellen auch die Klimarisiken reduziert werden. Die PKGR hat als
eine der wenigen Schweizer Pensionskassen von der Klima-Allianz Schweiz das beste Rating erhalten.
Zudem hat sich die PKGR neu der Ethos Stiftung angeschlossen. Diese bündelt die Interessen vieler Schwei-
zer Pensionskassen und verfolgt das Ziel, die grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen im Dialog
auf «Good Governance» zu verpflichten und auf Umwelt und Sozialverantwortung zu sensibilisieren.


Tiefe Verwaltungskosten

Die PKGR ist schlank organisiert und arbeitet effizient. Mit Verwaltungskosten von nur gerade CHF 122 (118)
pro versicherte Person erreicht die PKGR im Branchenvergleich einen sehr guten Wert. Der Durchschnitt der
Pensionskassen öffentlicher Arbeitgeber liegt gemäss der Schweizer Pensionskassenstudie 2020 von Swiss-
canto bei CHF 253 (228). Die auf tiefe Kosten ausgerichtete Vermögensverwaltung verursachte im Berichts-
jahr konstante Ausgaben von 20 Rappen pro 100 Franken Vorsorgevermögen. Der Branchendurchschnitt
aller Pensionskassen beträgt gemäss Swisscanto mehr als das Doppelte (Durchschnitt 46 Rappen, Median 
43 Rappen).

 


Auskunftsperson:

Andrea Seifert, Direktor Pensionskasse Graubünden,
Tel. 081 257 35 77, andrea.seifert@pk.gr.ch

Die Pensionskasse Graubünden ist die Vorsorgeeinrichtung vieler öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber im Kanton
Graubünden und deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zu den 147 angeschlossenen Arbeitgebern
gehören der Kanton Graubünden und seine selbstständigen öffentlichrechtlichen Anstalten, gut zwei Drittel
der Bündner Gemeinden, andere öffentlich-rechtliche Körperschaften und Arbeitgebende, die vorwiegend
öffentliche Aufgaben erfüllen. Mit über 12 000 Versicherten und Rentenbeziehenden und einem Vorsorge-
kapital von CHF 3,3 Milliarden ist die PKGR die grösste Pensionskasse in Graubünden. Gesamtschweize-
risch gehört sie zu den grössten 10 Prozent aller Vorsorgeeinrichtungen (Werte Stand Ende 2020).